Das Kloster Reinfeld: Eine geistliche Institution im Umfeld der Hansestadt Lübeck

21. Juli 2012 in Klöster, Neuerscheinungen

Buchcover: Kloster Reinfeld

Das Cisterzienserkloster Reinfeld (118/90–1582) war eine der mächtigsten kirchlichen Institutionen Holsteins im Mittelalter. Es besaß die größte Grundherrschaft in Holstein zwischen den Hansestädten Hamburg und Lübeck. Als transterritoriale Institution reichten seine Besitzungen weit in die benachbarten Herrschaftsgebiete Lauenburgs, Mecklenburgs und sogar Niedersachsens und Pommerns hinein.

Im ersten Band dieses Werkes werden in acht Kapiteln Facetten seiner Geschichte in ihrem jeweiligen historischen Kontext dargestellt. Die Zeit der Kreuzzüge und der Stadtwerdung Lübecks bilden den Hintergrund für die Gründung des Klosters. Hinter ihr standen neben dem ehrgeizigen Graf Adolf III. von Holstein-Stormarn aus der Dynastie der Schauenburger westfälische und niedersächsische Adelige. Ein weiteres Kapitel gilt daher auch dem weitgespannten Beziehungsnetz, das von der Einbindung des Klosters in den Cisterzienserorden – Reinfeld war ein Tochterkloster Loccums – und den Kontakten unterschiedlicher Intensität zu Fürsten, Adeligen und Bürgern lebte. Dies verlangte den Mönchen angesichts fehlender staatlicher Institutionen zur Friedewahrung und robuster Formen politischer Gewalt ein ausgedehntes Konfliktmanagement ab. Den Reformimpuls des 15. Jahrhunderts nahmen Abt und Konvent auf. Man schickte geeignete Mönche in verschiedene Universitätsstädte zum Studium und erneuerte das Kloster wiederholt baulich. Abt Friedrich verfasste in dieser Zeit eigens den Abtsspiegel, eine Schrift, welche die klösterlichen Gewohnheiten Reinfelds angesichts wirtschaftlicher Innovationen zum Besten des Klosters sichern wollte. Wie das Kloster 1582 trotz des entschiedenen Widerstands der Äbte und des Konvents und der widerstreitenden Interessen einflussreicher Personen in dieser Frage doch aufgehoben wurde, zeigt ein weiteres Kapitel.

Im zweiten Band wird die Geschichte des landwirtschaftlichen Besitzes des Klosters in den verschiedenen Herrschaftsgebieten jeweils genetisch dargestellt. Dabei werden auch soziale und wirtschaftliche Kontakte der Mönche skizziert und die politischen Aufgaben und Pläne der Klosteroberen aufgedeckt. Zwei Kapitel widmen sich dabei der jeweils besonderen Geschichte der Säkularisierungen im Amt Oldenburg im ostholsteinischen Wagrien und in den Ämtern Grevesmühlen und Schwerin in Mecklenburg.

Schröter, Martin: Das Kloster Reinfeld: Eine geistliche Institution im Umfeld der Hansestadt Lübeck (1186/90–1582). Herausgegeben von Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte, Landesarchiv Schleswig-Holstein. Neumünster: Wachholtz, 2012. Band 1: Die Geschichte. ISBN: 978-3-529-02217-3. Band 2: Die Besitzgeschichte. ISBN: 978-3529022180

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